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Eine kleine Chingeschichte
Hallo, da bin ich und möchte ein wenig von
mir erzählen. Im Moment heiße ich Shadow, aber so habe ich nicht immer
geheißen.
Ganz früher hat man mich mal Lissy genannt und auch mal Viech.
Als ich noch bei meiner Mama war, da ging es mir noch gut. Ich hatte
noch eine kleine Schwester. Wir konnten in einem schicken Käfig rumtoben
und bekamen viel buntes Leckeres zu essen.
Dann kam eine Frau und fand mich und meine Schwester ganz süß. Meine
Mama wollte die Frau beißen, als diese uns herausgreifen wollte.
Ganz tapfer aufgerichtet hat sie sich und kräftig Pipiduschen verteilt.
Die Frau ist ganz entsetzt zurückgezuckt und meine Mami hat uns unter
ihren Bauch gelassen. Dann kam aber die Dame mit ihrer Hand, bei der wir
wohnten, holte uns trotz der Proteste unserer Mama heraus und reichte
uns der Frau, die uns so süß fand. Ganz doll gedrückt hat die mich und
meine Schwester.
Ich hörte wie die Dame, bei der wir wohnten, meinte wir wären sechs
Wochen alt und könnten von unserer Mama weg. Ich war schon ein wenig
erschrocken. Lieber wollte ich bei meiner Mama bleiben und meiner
Schwester ging es auch so. Wir versuchte aus der Hand herauszukrabbeln
und ich zwickte auch ein wenig, doch die Frau drückte nur fester zu. Die
Dame, bei der wir wohnten, meinte das Zwicken sei normal und wir würden
uns schon dran gewöhnen gekuschelt zu werden. Dann wurden wir in eine
kleine dunkle Kiste gepackt. Meine Schwester hatte noch mehr Angst als
ich. Ich hab geschaut ob meine Mama vielleicht doch kommt, aber sie kam
nicht.
Es war aber alles so aufregend. Meine Schwester hat sich ganz dolle an
mich gekuschelt, aber ich habe versucht ob ich nicht aus der Kiste
herauskomme. Die Frau fand dies wohl lustig. Sie hat gelacht und wieder
gemeint wir seien süß. Ganz viele laute Geräusche drangen durch die
Kiste herein. Irgendwann schaukelte es stärker und die Geräusche
veränderten sich.
Dann kamen wir an einen Ort, an dem es recht laut war. Da waren zwei
Kinder die uns die ganze Zeit angrabschten. Ich sah schnell schon gar
nicht mehr schön aus und mein Fell klebte ganz dolle. Als man uns in
einen kleinen Käfig setze, ging meine Schwester vorsichtig in ein
Häuschen herein und traute sich gar nicht wieder heraus.
Ich suchte nach einem Sandbad und fand auch eins. Doch der Sand fühlte
sich komisch an, als ich mich da drin herumdrehte.
Zumindest klebte mein Fell nun nicht mehr so.
Man gab uns was feines zu essen. Es war grün und saftig und schmeckte
ganz toll. Ich schnupperte die Hände der Kinder ab, ob sie nicht noch
mehr hätten und bekam eine feine Nuss.
Die war erst richtig klasse.
Meine Schwester traute sich nicht so ganz und fiepte ganz leise nach
mir. Ich lief zu ihr und stupste ihre Nase an, damit sie auch mit kam.
Es war doch alles so spannend.
Ich suchte auch nach Heu, aber da war gar keins.
Dann bekam ich Durst und fand eine Trinkflasche die mit kaltem Wasser
gefüllt war. Ich brauchte doch aber noch Milch. Das machte mich dann ein
wenig traurig und ich dachte an meine Mama. Schnell hoppelte ich zu
meiner Schwester und kuschelte mich an sie. Wir wollten ein wenig
schlafen, weil es ja so hell war. Gerade war ich eingenickt, als man das
Häuschen hochhob und uns schnell herausgriff. Ich war noch ganz
verschlafen und habe mich total erschrocken. Doch es waren die Kinder
mit noch mehr feinen Sachen zu essen. Da war etwas rotes hartes und
etwas Oranges, alles ganz furchtbar lecker.
Meiner Schwester schmeckte es nicht so gut.
Irgendwann wollte ich nicht mehr mit den Kindern spielen. Doch die
Kinder hatten gar keine Lust mich loszulassen. Nachdem sie gar nicht
verstanden was ich wollte, biss ich ganz vorsichtig in einen Finger. Das
Kind ließ mich fallen. Zum Glück kam ich weich auf. Das Kind schrie
ganz laut rum.
Schnell huschte ich zum Häuschen, was ganz verdreht da stand.
Meine Schwester kam auch gleich danach zu mir mit in den Käfig und die
Tür wurde zu gemacht.
Wir schliefen ein wenig, ich badete ab und an mal im Sand, aber meine
Schwester wollte nicht. Dann wurde es dunkel draußen. Ich wurde richtig
munter und untersuchte den ganzen Käfig. Die Kinder kamen wieder ins
Zimmer und krabbelten in ihre Betten. Ich klemmte meine Zähne an die
Gittertür und rüttelte daran, vielleicht kamen sie ja wieder. Doch statt
dessen flog etwas gegen den Käfig und ich hab mich ganz dolle
erschrocken und bin schnell zu meiner Schwester gehopst. Dann wurde es
ganz still. Ich untersuchte ein wenig den Käfig. Meine Schwester folgte
mir vorsichtig. Da war aber nicht einmal ein Brett auf das ich springen
konnte. Ich schaue ob ich etwas zum nagen fand, aber auch da gab es
nichts. Enttäuscht schnupperte ich die Käfigwände ab.
Ich fand eine Stelle an der ich nagen konnte. Das war viel weicher als
Holz, aber Hauptsache ich konnte knabbern.
Meine Schwester ging inzwischen was zu essen suchen, denn sie hatte nun
ein wenig Hunger. Sie fiepte ganz leise, ob unsere Mami sie nicht doch
hören kann. Meine Schwester ist ein bisschen kleiner als ich und braucht
viel dringender Milch. Ich zeigte ihr die Stelle an der das Wasser kam.
Hinterher führte ich sie zu dem Futternapf mit den schönen bunten
Sachen. Sie probierte ein wenig, aber so richtig schmeckte es ihr nicht.
Da wir beide noch ganz aufgeregt waren, wurden wir schnell wieder müde
und schliefen ein.
Als es hell wurde, wurden die Kinder ganz doll laut. Ständig grabschten
sie in den Käfig rein und wir konnten gar nicht schlafen. Ich tat es
meiner Mami nach und stellte mich auf und meckerte. Da bekamen die
Kinder Angst und endlich konnten wir weiterschlafen.
Den ganzen Tag war es laut und es waren so viele Geräusche die wir nicht
kannten. Ganz oft knallte die große Tür vom Zimmer der Kinder und jedes
Mal haben meine Schwester und ich uns ganz doll erschrocken.
Man gab uns dann Namen. Mich nannte man Lissy und meine Schwester Bisi.
Im Laufe der nächsten Wochen gewöhnten wir uns ein wenig an den Lärm,
die Kinder kamen nicht mehr so oft zu uns herüber, die Frau kam auch
ganz selten und machte den Käfig sauber.
Ab und an bekam ich ein wenig Bauchweh. Dann meckerte ich sogar meine
Schwester an, die ganz beleidigt war und mich anpinkelte.
Irgendwann fand ich meine Schwester roch ein wenig anders.
Die eine Nacht dann war es soweit und sie hielt mir ihr Hinterteil hin.
Erst wusste ich nicht genau was ich machen sollte, aber dann klappte es.
So wurde meine Schwester ein wenig dicker. Meine Bauchweh waren
inzwischen ziemlich schlimm, weswegen ich mich viel weniger bewegte und
lieber schlief. Deswegen packte die Frau mich wieder in die dunkle Kiste
und wieder gab es viele andere Geräusche und es schaukelte ganz doll.
Ich kam zu einem Doktor. Der stellte fest dass ich 'Plastik' im Darm
hatte, aber es war wohl nicht so schlimm. Ich bekam von ihm etwas ganz
ekeliges in den Mund und musste es runterschlucken und an meinem Po
machte er auch etwas, was ganz dolle weh tat.
Hinterher ging es mir aber ein wenig besser und ich konnte endlich auch
wieder ohne Schmerzen kötteln. Der Doktor meinte noch zur Frau ich müsse
mehr Heu bekommen, meine Zähne würden nicht gut ausschauen. Sie nickte.
Wir bekamen einen neuen Käfig. Da war unten nichts mehr zum Nagen.
Leider gab es auch immer noch keine feinen Bretter oder einen Ast. Heu
bekamen wir auch nicht.
Deswegen wurde es ein wenig schwerer zu essen, meine Zähne waren einfach
zu lang. Zum Glück gab es immer noch das feine weiche Futter.
Meiner Schwester ging es gar nicht gut. Leider sah die Frau das nicht
und die Kinder interessierten sich sowieso nicht mehr für uns.
Die Babys in ihrem Bauch drückten und sie hatte schlimme Verstopfungen.
Ab und an lag sie auf der Seite und krampfte. Ich rüttelte dann immer am
Gitter, aber keiner hörte mich.
Dann bekam meine Schwester unsere Babys. Es war am frühen Abend, aber
die Kinder schliefen schon. Das erste wurde ein Junge. Stolz
beschnupperte ich meinen Sohn und wärmte ihn. Unser zweites Baby bewegte
sich nicht. Meine Schwester hat es angestupst, ganz dolle geputzt, aber
es wollte sich nicht bewegen.
Aber da war noch ein Baby im Bauch. Meine Schwester streckte sich immer
ganz dolle, doch das Baby wollte nicht heraus. Irgendwann fehlte meiner
Schwester alle Kraft. Mein Sohn und ich kuschelten uns an sie.
Als es hell wurde und die Kinder aufwachten, sahen sie meinen Sohn und
kreischten ganz laut. Die Frau kam und klaute mir meinen Sohn bevor ich
reagieren konnte.
Meine Schwester konnte nicht einmal mehr den Kopf heben. Ich war ganz
verzweifelt, aber konnte ihr nicht helfen. Die Frau setzte meinen Sohn
wieder zu mir, nahm meine Schwester und unser totes Baby heraus und ging
mit ihr fort. Ich habe sie nie wieder gesehen.
Als es dunkel wurde hatte mein Sohn ganz doll Hunger und suchte bei mir
nach Milch. Aber ich hatte ja keine. Ich wärmte ihn und stellte traurig
fest, dass er immer schwächer wurde. Endlich kam die Frau und nahm
meinen Sohn, um ihm etwas zu trinken zu geben. Er freute sich ganz doll
und hinterher ging es ihm ein wenig besser. Ich putzte ihn, damit er
kein Bauchweh bekam und wärmte ihn auch.
Bestimmt kam die Frau bald wieder und gab ihm noch mehr. Ich musste mir
also keine Sorgen machen.
Doch sie kam die ganze Nacht nicht.
Erst am nächsten Morgen. Mein Sohn war nun sehr schwach, er konnte nur
ganz wenig trinken. Ich wurde traurig. Ich wusste er hatte keine Chance
mehr.
Als die Frau ihn wieder zu mir setzte, nahm ich ihn unter meinen Bauch
um ihm ganz dolle zu wärmen.
Doch er wurde immer kälter. Ganz traurig putzte ich ihn immer wieder.
Dann atmete er nicht mehr. Nun war ich alleine.
Als die Frau am Abend wieder zu mir kam, sah sie meinen toten Sohn und
nahm ihn heraus.
Nun musste ich ganz lange alleine leben.
Die Kinder kamen nicht mehr, die Frau kam auch nur noch selten und
manchmal vergaßen sie sogar mir etwas zu essen zu geben. Mein Sand war
ganz dreckig. Darin konnte ich gar nicht mehr baden und mein Fell klebte
ganz dolle.
Vor allen Dingen bekam ich die schönen weichen Sachen nicht mehr und das
Harte konnte ich schon gar nicht mehr kauen.
Wenn ich köttelte tat mir mein Darm weh, mein Bauch tat sowieso schon
immer weh.
Ganz oft rüttelte ich nachts an den Gittern, aber keiner kümmerte sich
um mich.
Mir fehlte meine Schwester und sogar meine Mama.
Es war überhaupt alles nicht mehr aufregend oder spannend.
Man hatte mir auch einen neuen Namen gegeben. Ich hieß nun Viech.
Es klang aber gar nicht schön, wenn die Frau mich so nannte. Ich wurde
immer trauriger.
Eines Tages hatten die Kinder Besuch. Dieser sah mich und kam gleich an
meinen Käfig. Neugierig schnupperte ich an der Hand, die sich mir ganz
vorsichtig entgegen streckte.
Endlich wieder jemand, der mal nach mir sah. Die Kinder kamen ebenfalls
und sagten ich sei nur ein Chinchilla und ich würde stinken.
Dabei stank gar nicht ich - es war die nasse Einstreu.
Das Mädchen, welches mir die Hand hingestreckt hatte, meinte auch ich
stinke gar nicht und sei ganz süß.
Sie kraulte mich ganz vorsichtig hinter den Ohren und das fand ich toll.
Doch leider ging sie wieder fort.
Einige Tage vergingen als das Mädchen plötzlich wieder da war. Sie hatte
eine kleine Kiste mit und nahm mich ganz sanft aus dem Käfig heraus. Sie
fragte wie alt ich sei und die Kinder sagte irgendetwas um die 3 Jahre.
Dabei war ich erst 2 ein halb.
Ich wurde in die kleine Kiste gesetzt, die mit ganz frischer Einstreu
ausgelegt war. Das tat meinen Füßchen gut, die hatten nämlich schon
länger Stellen und das schmerzte immer.
Da drin fand ich auch Heu. Ich freute mich ganz doll darüber. So lange
hatte ich schon kein Heu mehr gesehen. Ich wollte gleich fressen, aber
ich konnte es gar nicht kauen. Traurig schaute ich das leckere Heu an.
In dieser Kiste gab es Luftschlitze. Ich konnte herausschauen und sah
wie wir das Zimmer verließen. Ich kam in ein Ding, dass das Mädchen
Auto nannte und in dem eine Frau auf das Mädchen wartete. Die Frau sah
durch die Schlitze zu mir herein und sagte, wie leid ich ihr tun würde.
Ich sähe ja grauslig aus. Das beschämte mich, ich wollte nicht grauslig
aussehen. Das Auto wurde ganz laut und draußen änderte sich die Gegend
ganz schnell.
Ich wurde zu einem Doktor gebracht. Dieser hielt mich ziemlich doll
fest, sah mir zuerst in den Mund und meinte dann, das sähe nicht gut
aus. Er tastete mich ab, sagte ich sei zu dünn, hätte einen Ziegenrücken
und wahrscheinlich Leberprobleme. Zu klein wäre ich außerdem. Er piekste
mich ganz dolle am Rücken.
Ich war ganz schön geschafft, doch wieder wurde ich festgehalten und
dann schob er mir etwas in den Mund. Ich würgte.
Dann raspelte er in meinem Mund herum.
Richtig Kraft, um mich zu wehren, hatte ich gar nicht.
Hinterher ging es mir aber tatsächlich ein wenig besser. Wieder kam ich
in die Kiste, wieder ging es ins Auto und dann kam ich in ein neues
Heim. Hier roch es ganz toll nach anderen Chinchillas und ich wurde
gleich wieder neugierig.
Doch erstmal musste ich alleine bleiben. Mein Käfig war klasse. Endlich
hatte ich wieder Platz und sogar Bretter zum Draufspringen. Es dauerte
allerdings ein wenig bis ich es aufs erste Brett geschafft hatte. Meine
Beine waren nicht sehr kräftig und die Füße taten ja weh.
Es gab sogar tolles duftendes Heu und nachdem der Doktor meine Zähne
gemacht hatte, konnte ich tatsächlich ein wenig davon essen. Mehrmals am
Tag kam das Mädchen mit der netten Frau zu meinem Käfig. Dann fütterten
sie mich mit einem Brei, was ich angenehm fand. Bunte Sachen gab es
nicht mehr, das Mädchen meinte Salat und so etwas darf ich gar nicht,
nur so komischen Stäbchen gab es jetzt, die ich zuerst nicht einmal
ansehen wollte. Doch ab und an futterte ich ein paar davon und soo übel
waren sie auch gar nicht. Endlich wurde mein Bauch mal wieder voll und
er tat auch von Tag zu Tag weniger weh. Ich hatte ganz tollen Sand und
wollte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu baden. Beim
Augensaubermachen meckerte ich allerdings ein wenig. Das fühlte sich
nass an und so etwas mag ich gar nicht. Nach jedem Füttern durfte ich
ein wenig im Zimmer von dem Mädchen herumhoppeln und ich suchte ganz
dolle nach den anderen Chinchillas, die ich riechen konnte. Leider fand
ich sie nicht. Auf meine Füße kam immer eine tolle Salbe und bald waren
meine Füße wieder fast ok.
Dann wuchsen meine Zähne aber wieder zu stark, weswegen ich noch mal zu
diesem Doktor musste. Er fotografierte mich auch mit einem ganz
komischen Gerät und hinterher sah die nette Frau gar nicht so glücklich
aus. Sie unterhielt sich mit dem Doktor über meine verschobenen Zähnen.
Sie meinten deswegen würden meine Augen ein wenig tränen.
Da es mir aber schon besser ging, war es mir egal was sie redeten. Ich
wollte viel lieber wieder in das schicke Heim, wo es so klasse nach
anderen Chinchillas roch. Wir fuhren auch wieder dahin.
Dort angekommen durfte ich erst einmal nicht wieder in meinen neuen
Käfig, bekam aber endlich Gesellschaft.
Ich freute mich total, als man in meine Kiste einen zweiten Chinchilla
setzte und hoppelte gleich hin um ihn zu begrüßen. Der war ganz schön
groß und der wollte mich gar nicht kennen lernen. Beißen wollte er
mich!
Ich fiepte ihn an und schnupperte ganz sanft an seiner Nase. Da merkte
er wohl, dass ich ihm gar nichts tun wollte. Er krabbelte immer wieder
auf meinen Rücken, aber wenn ich schimpfte ging er wieder herunter.
Ganz schön lange haben sie uns in der Kiste gelassen. Ich bekam schon
Angst, ob ich mich geirrt hatte und dies jetzt mein neuer Käfig sein
würde. Doch als es draußen wieder hell wurde, durften der andere
Chinchilla und ich wieder in einen schicken großen Käfig. Diesmal in
einem anderen Zimmer und da waren auch die anderen Chinchillas.
Neugierig blickten sie zu uns herüber. Die sahen alle ganz klasse aus.
Ein wenig schämte ich mich schon, obwohl mein Fell schon viel besser
war. Die waren aber alle so viel größer als ich.
Das liebe Mädchen setzen sich zu uns und erzählte mir, dass ich nun
Shadow heißen würde. Das hieße Schatten und sie hoffe ich würde bald
nicht mehr wie ein Chinchilla-Schatten aussehen, sondern ganz schick
werden. Ich versprach ihr, dass es bestimmt so sein würde, denn ich
konnte essen und hatte keine Bauchweh mehr. Sie erzählte mir auch, dass
mein neuer Freund Benji hieß.
Benji und ich wurden dicke Freunde. Wir tobten viel herum und durch ihn
ging es mir bald richtig gut. Nur meine Zähne wollten nicht so richtig.
Ab und an wurde ich wieder zum Doktor gefahren, der sie dann kürzte. Ich
gewöhnte mich daran. Nur als er mir einmal zwei Zähne rausrupfte, das
fand ich gar nicht ok. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich
erholt hatte. Das Mädchen kam ganz oft wenn es dunkel wurde zu uns,
ließ uns im Zimmer herumhoppeln und die anderen Chins begrüßen, die
uns durch die Käfiggitter beschnupperten.
Ich wurde tatsächlich ein wenig runder, aber alleine fressen fiel mir
sehr schwer. Deswegen wurde ich immer noch gefüttert.
Benji half mir dann immer beim Doktorbesuch indem er mitkam und mich
tröstete.
Da war es dann auch nur halb so schlimm.
Eines Tages ließen sie uns wieder länger in der Kiste und dann kam noch
ein Freund zu uns. Er hieß Flips, weil er immer Erdnussflips bekommen
hatte sagte das Mädchen, war älter als ich und sah fast so aus wie ich
noch vor ein paar Wochen. Aber seine Zähne waren ganz toll, er hatte nur
Verstopfungen und den Ziegenrücken. Mein Ziegenrücken war man schon fast
weg hat der Doktor gesagt. Das freute mich sehr, auch wenn ich nicht
weiß was es heißen soll. Das Mädchen hat sich aber auch gefreut, also
muss es etwas Gutes sein. Zu Dritt hatten wir Jungs ganz viel Spaß und
stellten immer unheimlich viel feine Sachen an.
Benji zeigte mir wo ich etwas zu knabbern fand und das Mädchen meckerte
dann immer so lustig mit uns, schimpfte im lieben Ton wir sollen doch
mal ihre Bücher in Ruhe lassen oder die Nase von der Fernbedienung
nehmen. Wenn wir aber besonders frech waren, gab es immer feinen Apfel
damit wir mal ein wenig ihre Sachen in Ruhe ließen und das hatten wir
natürlich schnell heraus.
Den Apfel konnte ich sogar ganz alleine essen. Da meine Füße auch
wieder ganz ok waren, konnte ich in dem Zimmer allerlei zu Klettern
entdecken. Ab und an fand ich da einen kleinen Ast, den ich sofort zu
Benji schleppte, damit wir Tauziehen konnten.
So verging eine lange, glückliche Zeit. Zum Doktor kamen nun Flips und
Benji immer mit und es machte sogar ein wenig Spaß.
Eines Tages tat mir das Essen aber wieder doller weh. Meine Augen wollte
ich gar nicht richtig auf bekommen. Die Frau und das Mädchen saßen bei
unserem Käfig und schauten ganz traurig zu mir herüber. Dann nahm die
Frau mich auf den Arm und kraulte mich. Sie hielt mir ein Stück Apfel
hin, aber das wollte ich gar nicht. Das Kraulen tat mir sehr gut.
Ich sah das Mädchen durch meine verklebten Augen weinen.
Warum sie weinte weiß ich nicht.
Die Frau sagte leise zu dem Mädchen, dass wir ja wussten wie schlimm
meine Zähne waren und dass nun ein Punkt war, an dem es nicht mehr ging.
Ich wusste nicht was sie damit meinten. Benji, Flips und ich kamen
wieder in die Kiste. Also ging es zum Doktor. Dann würde es mir gleich
auch wieder besser gehen. Diesmal bekamen wir ganz viel Apfel mit in die
Kiste. Der roch richtig gut, aber das Abbeißen und Kauen tat schon
recht doll weh, weswegen ich den Apfel meinen Freunden überließ.
Der Doktor sah mich diesmal länger an und meinte dann auch ganz traurig,
es wäre nun soweit. Das Mädchen nahm mich wieder auf den Arm und die
Kiste mit Benji und Flips wurde rausgestellt. Das kam mir merkwürdig
vor.
Dann piekte mich der Doktor. Das kannte ich ja schon.
Doch das Mädchen setzte sich mit mir hin.
Ich wurde ganz müde. Na ja dann würde ich wohl erst später dies komische
Ding in den Mund bekommen.
Ich kuschelte mich bei dem Mädchen in die Armbeuge, wo es so schön warm
war. Ab und an tropfte eine Träne von ihr in mein Fell. Ich wusste
wirklich nicht warum sie weinte.
Mir ging es sogar immer besser. Ich war so schön müde und entspannte
mich. Der Doktor hatte mir da ja etwas ganz feines gegeben.
Die Frau stand neben uns und streichelte mir über das Fell.
Auch sie weinte. Die beiden würden bestimmt gleich aufhören, wenn sie
sahen wie es mir besser ging.
Ich schloss meine Augen und schlief ein. Ganze vier Jahre wurde ich alt.
--
Autor: Taddyjay
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